Kernaussagen des Artikels:
Der Artikel fasst die zentralen Anforderungen der DIN EN 1672-2 an die hygienegerechte Konstruktion, die Werkstoffauswahl und konstruktive Lösungen zusammen, die die Reinigung erleichtern und das Risiko von Verunreinigungen verringern.
- DIN EN 1672-2 legt die Hygieneanforderungen und die Reinigbarkeit von Maschinen für die Lebensmittelindustrie fest; angenommen von CEN und PKN.
- Oberflächen mit Lebensmittelkontakt müssen glatt und durchgängig sowie frei von Rissen und Spalten sein; die empfohlene Rauheit beträgt Ra ≤ 0,8 μm.
- Verbindungen, Dichtungen und Befestigungselemente sind so auszulegen, dass keine nicht reinigbaren Spalten entstehen; bevorzugt sind durchgehende Schweißnähte und abgedichtete Verbindungen.
- Die Konstruktion muss den Flüssigkeitsablauf unterstützen und Toträume vermeiden; Materialien im Lebensmittelbereich müssen korrosionsbeständig, ungiftig und nicht saugfähig sein.
- Die Norm ist mit der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG harmonisiert und mit GMP sowie den Anforderungen der FDA (21 CFR 174-178) vereinbar; sie sieht eine iterative Bewertung des hygienischen Risikos vor.
Die Konstruktion von Lebensmittelmaschinen ist eine hochspezialisierte Aufgabe. Die Norm DIN EN 1672-2 ist das zentrale Dokument, das die Hygieneanforderungen und die Reinigbarkeit von Maschinen für die Lebensmittelindustrie regelt. Diese vom Europäischen Komitee für Normung (CEN) verabschiedete und vom Polnischen Komitee für Normung (PKN) bestätigte Norm soll sicherstellen, dass Maschinen und ihre Komponenten, die bei der Zubereitung und Verarbeitung von Lebensmitteln eingesetzt werden, höchste Hygienestandards erfüllen und so das Risiko von Kontamination, Infektionen, Erkrankungen und Verletzungen minimieren.
Die Konstruktion von Maschinen nach dieser Norm umfasst eine Reihe detaillierter Anforderungen, die eine hygienegerechte Ausführung, eine leichte Reinigbarkeit sowie die Sicherheit für Bediener und Verbraucher gewährleisten sollen.
Konstruktion von Lebensmittelmaschinen nach DIN EN 1672-2
Konstruktion von Lebensmittelmaschinen: Oberflächen mit Lebensmittelkontakt
Oberflächen, die direkt mit Lebensmitteln in Berührung kommen, müssen glatt, durchgängig sowie leicht zu reinigen und zu desinfizieren sein. Diese Oberflächen müssen frei von Rissen, Spalten und anderen Stellen sein, an denen sich Lebensmittelreste und Bakterien ansammeln können. Die Oberflächen sollten eine Rauheit von Ra höchstens 0,8 μm aufweisen; höhere Werte sind jedoch zulässig, wenn eine angemessene Sauberkeit sichergestellt werden kann.
| Kategorie | Anforderungen |
|---|---|
| Hygiene | Oberflächen mit Lebensmittelkontakt müssen leicht zu reinigen und zu desinfizieren sein. |
| Materialien | Es sind korrosionsbeständige und nicht toxische Materialien zu verwenden, die den Vorschriften zur Lebensmittelsicherheit entsprechen. |
| Konstruktion | Die Konstruktion der Maschinen sollte das Risiko einer Kreuzkontamination minimieren. |
| Sicherheit | Die Geräte müssen mit Schutzeinrichtungen ausgestattet sein, die vor mechanischen und elektrischen Verletzungen schützen. |
| Dokumentation | Umfassende Anleitungen für Betrieb, Wartung und Reinigung der Maschinen. |
Verbindungen von Oberflächen
Verbindungen von Oberflächen müssen so ausgeführt sein, dass das Risiko der Ansammlung von Verunreinigungen minimiert wird. Bevorzugt werden Verbindungen durch durchgehende Schweißnähte oder durch abgedichtete und bündig ausgeführte Verbindungsstellen.
Wenn lösbare Verbindungen erforderlich sind, müssen sie leicht zu reinigen sein und im montierten Zustand eine hygienische Passung gewährleisten.
Konstruktion von Lebensmittelmaschinen: Dichtungen und Verbindungselemente
Dichtungen im Bereich des Lebensmittelkontakts müssen so angeordnet sein, dass keine nicht reinigbaren Spalten entstehen. Verbindungselemente wie Schrauben und Muttern sollten so gestaltet sein, dass sie leicht zu reinigen sind und keine offenen Gewinde oder Spalten aufweisen, in denen sich Verunreinigungen festsetzen könnten. Bevorzugt werden Sechskantschrauben mit Flansch, Hutmuttern oder Flanschschrauben.
Abläufe und Toträume
Maschinen sollten so konstruiert sein, dass Flüssigkeiten selbsttätig ablaufen können, etwa durch eine geeignete Neigung, oder dass Flüssigkeitsreste auf andere Weise leicht entfernt werden können. Toträume, in denen sich Produktrückstände oder Reinigungsmittel ansammeln könnten, sollten vermieden oder auf ein Minimum reduziert werden.
Konstruktion von Lebensmittelmaschinen: Spezifische Anforderungen an Materialien
Die beim Bau von Lebensmittelmaschinen verwendeten Materialien müssen für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet sein. In Bereichen mit Lebensmittelkontakt müssen die Materialien:
- Korrosionsbeständig: Die Materialien müssen gegenüber den Chemikalien und Einsatzbedingungen beständig sein, um Korrosion zu verhindern.
- Nicht toxisch: Die Materialien dürfen nicht toxisch sein und keine gesundheitsschädlichen Stoffe freisetzen.
- Nicht absorbierend: Die Materialien dürfen nicht absorbierend sein, damit sie keine Stoffe zurückhalten, die Lebensmittel verunreinigen könnten.
Zugänglichkeit für die Reinigung
Die Konstruktion von Maschinen muss einen einfachen Zugang zu allen Oberflächen berücksichtigen, die regelmäßig gereinigt und gewartet werden müssen. Maschinenelemente müssen so ausgelegt sein, dass sie ohne Spezialwerkzeuge leicht demontiert werden können. Bei der Konstruktion und dem Bau von Maschinen ist diese Zugänglichkeit ein grundlegender Aspekt hygienegerechter Ausführung.
Harmonisierung mit der Maschinenrichtlinie, GMP und FDA
Die Norm DIN EN 1672-2 ist mit der harmonisierten Maschinenrichtlinie 2006/42/EG der Europäischen Union verknüpft. Das bedeutet, dass die Erfüllung ihrer Anforderungen als Konformität mit den Anforderungen dieser Richtlinie anerkannt wird. Darüber hinaus stimmt diese Norm in vielen Punkten mit den Leitlinien der Guten Herstellungspraxis (GMP) sowie mit den Vorschriften der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) überein. Im Kontext der Konformität von Anlagen und Geräten ist auch die CE-Zertifizierung von Maschinen von zentraler Bedeutung.
GMP und FDA bei der Konstruktion von Lebensmittelmaschinen
Die Konstruktion von Lebensmittelmaschinen nach den Anforderungen der GMP umfasst:
- Hygienemanagement: Maschinen müssen so konstruiert sein, dass das Risiko einer Kontamination von Lebensmitteln gemäß den GMP-Grundsätzen minimiert wird.
- Dokumentation und Verfahren: Der Hersteller muss detaillierte Betriebsanleitungen für Reinigung, Wartung und Verwendung der Maschinen bereitstellen, entsprechend den GMP-Anforderungen an Dokumentation und Verfahren.
- Schulung des Personals: Das für Bedienung und Wartung der Maschinen verantwortliche Personal muss in Hygiene und GMP-Verfahren angemessen geschult sein.
Die Konformität mit den FDA-Vorschriften bedeutet, dass die Maschinen folgende Anforderungen erfüllen müssen:
- Konstruktion und Ausführung: Maschinen müssen so konstruiert und aus Materialien gefertigt sein, die für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet sind, gemäß den FDA-Vorschriften für Materialien mit Lebensmittelkontakt (21 CFR 174-178).
- Sanitation und Kontrolle: Maschinen müssen eine einfache Reinigung und Desinfektion ermöglichen; dies ist eine zentrale FDA-Anforderung an die Sanitation und die Kontrolle von Produktionsprozessen.
- Vermeidung von Kontaminationen: Die Maschinenkonstruktion muss jede Form von Kontamination verhindern, entsprechend den FDA-Anforderungen zur Prävention von Verunreinigungen.
Prozess der hygienischen Risikobeurteilung
Die Norm führt einen iterativen Prozess zur Reduzierung hygienischer Risiken ein, der die folgenden Schritte umfasst:
- Hygienische Risikobeurteilung
- Analyse hygienischer Risiken, einschließlich der Festlegung der Maschinengrenzen, der Identifizierung von Gefährdungen für die Lebensmittelsicherheit sowie der Abschätzung des hygienischen Risikos. Ergänzend dazu ist die Identifizierung von Gefährdungen gemäß Norm ISO 12100 ein wichtiger Bestandteil eines systematischen Vorgehens.
- Bewertung des hygienischen Risikos, um festzustellen, ob eine weitere Risikominderung erforderlich ist.
- Reduzierung hygienischer Risiken
- Beseitigung hygienischer Gefährdungen oder Risikominderung durch hygienegerechte Konstruktion.
- Risikominderung durch technische Maßnahmen.
- Risikominderung durch Reinigung und Desinfektion.
- Zusätzliche Maßnahmen, falls erforderlich, einschließlich Anforderungen an die Personalhygiene und spezieller Schulungen.
Risikobeurteilung nach DIN EN ISO 12100
Die Risikobeurteilung nach DIN EN ISO 12100 ist ein Prozess zur Identifizierung, Bewertung und Beseitigung von Gefährdungen im Zusammenhang mit Maschinen. Dieser Prozess umfasst:
- Identifizierung von Gefährdungen: Ermittlung aller möglichen Gefährdungen, die bei der Verwendung der Maschine auftreten können.
- Risikobewertung: Bewertung der Wahrscheinlichkeit und der möglichen Folgen von Gefährdungen. Für diesen Schritt kann auch der Ansatz zur Bewertung von Risiken nach ISO 12100 hilfreich sein.
- Beseitigung von Gefährdungen: Umsetzung von Maßnahmen zur Beseitigung von Gefährdungen oder zur Reduzierung des Risikos auf ein akzeptables Maß.
Bedeutung der hygienegerechten Konstruktion
Die Konstruktion von Lebensmittelmaschinen nach der Norm DIN EN 1672-2 ist von entscheidender Bedeutung, um sicherzustellen, dass Lebensmittel sicher und hygienisch verarbeitet werden. Gute Konstruktionspraxis minimiert das Risiko einer Lebensmittelkontamination, was für den Schutz der Gesundheit der Verbraucher von zentraler Bedeutung ist. Gerade in der FMCG-Branche sind solche Anforderungen besonders relevant.
In Verbindung mit den Anforderungen von GMP und FDA stellt eine Konstruktion nach dieser Norm sicher, dass Maschinen die höchsten Hygienestandards erfüllen und mit internationalen Vorschriften übereinstimmen.
Industrieautomatisierung und die Lebensmittelindustrie
Industrieautomatisierung spielt in der Lebensmittelindustrie eine Schlüsselrolle und beeinflusst die Effizienz, Qualität und Sicherheit von Produktionsprozessen. Die Integration der Automatisierung von Produktionsprozessen ermöglicht eine präzise Steuerung der Produktionsparameter, minimiert das Risiko menschlicher Fehler und erhöht zugleich die Gleichmäßigkeit und Qualität von Lebensmitteln. Der Einsatz von Automatisierungssystemen wie der PLC-Programmierung (Programmable Logic Controller) erlaubt es, Produktionslinien flexibel und schnell an veränderte Marktanforderungen sowie Produktspezifikationen anzupassen. Die Produktionsautomatisierung in der Lebensmittelindustrie umfasst auch den Einsatz von POKA-YOKE, TPM (Total Productive Maintenance) und SMED (Single-Minute Exchange of Die), die zur Steigerung der operativen Effizienz und zur Reduzierung von Stillstandszeiten beitragen. Dank moderner Industrieautomatisierung lassen sich hohe Werte bei OEE (Overall Equipment Effectiveness) und KPI (Key Performance Indicators) erreichen, was zu einer besseren Kontrolle über Qualität und Sicherheit in der Lebensmittelproduktion führt. Die CE-Zertifizierung von Maschinen und die Konformität mit harmonisierten Normen wie DIN EN 1672-2 sind unerlässlich, um sicherzustellen, dass automatisierte Systeme höchste Hygienestandards erfüllen und für die Anwender sicher sind. Die Automatisierung von Produktionsprozessen erhöht nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit von Lebensmittelunternehmen, sondern trägt auch zum Schutz der Gesundheit der Verbraucher bei, indem sie gewährleistet, dass Produkte sicher und hygienisch hergestellt werden.
Noch mehr zur Norm DIN EN 1672-2
Die Norm DIN EN 1672-2 enthält umfassende Leitlinien für die Konstruktion von Maschinen für die Lebensmittelindustrie, die hygienisch, leicht zu reinigen und für Anwender sowie Verbraucher sicher sein müssen. Die Erfüllung dieser Anforderungen ist entscheidend, um die Lebensmittelsicherheit und die Einhaltung rechtlicher Vorgaben wie der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG, GMP und FDA sicherzustellen. Mit ihren detaillierten Anforderungen an Materialien, Oberflächen, Verbindungen, Dichtungen und die Konstruktion bildet diese Norm die Grundlage für Hygiene in der Lebensmittelindustrie. In der Praxis kann dabei auch die Anpassung von Maschinen an die Mindestanforderungen eine wichtige Rolle spielen.
Die Norm DIN EN 1672-2 ist ein unverzichtbares Dokument für alle, die Maschinen für die Lebensmittelindustrie konstruieren, da sie gewährleistet, dass Produktionsprozesse den höchsten Hygienestandards entsprechen. Durch die Erfüllung der Anforderungen an die Maschinengestaltung können Hersteller die Lebensmittelsicherheit und die Konformität mit internationalen Vorschriften sicherstellen, was für den Erfolg in der Lebensmittelbranche von entscheidender Bedeutung ist.
Konstruktion von Lebensmittelmaschinen nach DIN EN 1672-2
Sie legt die Hygiene- und Reinigbarkeitsanforderungen für Maschinen fest, die in der Lebensmittelindustrie eingesetzt werden. Ihr Ziel ist es, das Risiko von Ansteckung, Infektion, Erkrankung, Verletzung sowie der Kontamination von Lebensmitteln zu minimieren.
Die Oberflächen sollten glatt, durchgängig, leicht zu reinigen und zu desinfizieren sowie frei von Rissen und Spalten sein. Angegeben wurde eine Oberflächenrauheit von Ra nicht größer als 0,8 μm; höhere Werte sind zulässig, wenn eine ausreichende Sauberkeit sichergestellt werden kann.
Verbindungen sollten die Ansammlung von Verunreinigungen minimieren; bevorzugt werden durchgehende Schweißnähte oder abgedichtete, glatte Fugen. Dichtungen dürfen keine nicht reinigbaren Spalten bilden, und Verbindungselemente sollten leicht zu reinigen sein sowie keine offenen Gewinde oder schwer zugänglichen Ecken und Kanten aufweisen.
Die Konstruktion sollte den selbsttätigen Ablauf von Flüssigkeiten gewährleisten (z. B. durch ein geeignetes Gefälle) oder ihre einfache Entfernung auf andere Weise ermöglichen. Toträume, in denen sich Produktreste oder Reinigungsmittel ansammeln können, sind zu vermeiden oder auf ein Minimum zu reduzieren.
Die Norm sieht einen iterativen Prozess vor: die Bewertung des Hygienerisikos (Maschinengrenzen, Gefährdungen und Risikoschätzung) sowie die Risikominderung durch hygienegerechtes Konstruieren, technische Maßnahmen und Reinigung/Desinfektion; falls erforderlich auch durch zusätzliche Maßnahmen und Schulungen. Sie ist mit der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG harmonisiert, und die Risikoanalyse kann nach DIN EN ISO 12100 durchgeführt werden.