Technische Zusammenfassung
Kernaussagen des Artikels:

Der Artikel beschreibt, was Design-FMEA ist, ihren Ursprung (NASA, 60er Jahre) sowie die wesentlichen Prozessschritte, darunter die Identifizierung von Fehlermodi und die Priorisierung von Risiken mithilfe der RPZ.

  • Die Design-FMEA ist eine systematische Analyse potenzieller Konstruktionsfehler vor der Umsetzung des Projekts.
  • Hilft, das Fehlerrisiko zu minimieren und erhöht die Sicherheit und Qualität der Produkte
  • Die Risikobeurteilung basiert auf den Kennwerten SEV, OCC und DET sowie auf der Berechnung der RPN zur Priorisierung von Maßnahmen.
  • Im Unterschied zu DIN EN ISO 12100 konzentriert sie sich auf Konstruktionsmängel und deren Auswirkungen auf die Funktionalität, nicht nur auf den Arbeitsschutz
  • Die Design-FMEA wird zu Beginn des Projekts, nach Änderungen, nach Tests/Ausfällen, in regelmäßigen Abständen sowie vor dem Inverkehrbringen des Produkts durchgeführt.

Design FMEA (Failure Mode and Effects Analysis) ist eines der wichtigsten Werkzeuge, die in der Industrie eingesetzt werden, um potenzielle Probleme in Konstruktionen bereits vor der Umsetzung zu erkennen. Als integraler Bestandteil des Entwicklungsprozesses hilft diese Methode, Risiken durch Konstruktionsfehler zu minimieren und ein höheres Maß an Produktsicherheit und -qualität sicherzustellen.

In diesem Artikel sehen wir uns im Detail an, was Design FMEA ist, wie die Methode funktioniert und welche Vorteile sie bei der Konstruktion von Maschinen, dem Aufbau von Produktionslinien und der Automatisierung von Produktionsprozessen bietet. Außerdem erläutern wir, wie sich Design FMEA im Vergleich zu anderen Methoden der Risikoanalyse einordnen lässt, etwa zur Risikoanalyse nach der Maschinenrichtlinie und zur harmonisierten Norm DIN EN ISO 12100.

Was ist Design FMEA?

Design FMEA, also die Analyse von Ursachen und Auswirkungen von Konstruktionsfehlern, ist ein systematischer Prozess zur Identifizierung potenzieller Fehler im Entwurf, zur Bewertung der damit verbundenen Risiken sowie zur Festlegung von Korrekturmaßnahmen, mit denen diese Fehler beseitigt oder auf ein Minimum reduziert werden.

Die Ursprünge der FMEA reichen bis in die 1960er Jahre zurück, als diese Methode erstmals von der NASA entwickelt wurde, um die Sicherheit von Weltraummissionen zu erhöhen. Im Laufe der Zeit fand sie auch in vielen anderen Branchen Anwendung, darunter in der Automobilbranche, der Luftfahrt, der Medizintechnik und zahlreichen weiteren Bereichen.

Der wesentliche Unterschied zwischen Design FMEA und anderen Methoden der Risikoanalyse, wie der Risikoanalyse nach der Maschinenrichtlinie oder der mit ihr harmonisierten Norm DIN EN ISO 12100, besteht darin, dass sie sich auf potenzielle Konstruktionsfehler und deren Folgen für die Funktionalität des Produkts konzentriert und nicht ausschließlich auf sicherheitsbezogene Risiken.

Methodik der Design FMEA

Der DFMEA-Prozess besteht aus mehreren wesentlichen Schritten, die eine umfassende Analyse potenzieller Probleme im Entwurf sicherstellen.

Identifizierung potenzieller Fehler

Der erste Schritt besteht darin, potenzielle Fehler zu identifizieren, die im Entwurf auftreten können. In dieser Phase analysiert das Konstruktionsteam jedes Element des Projekts und prüft, welche Fehler auftreten können und welche Folgen sie haben könnten.

Risikobewertung

Anschließend wird für jeden identifizierten Fehler eine Risikobewertung anhand von drei zentralen Kennzahlen durchgeführt:

  • SEV (Severity) – Bewertung der Schwere der Fehlerfolgen,
  • OCC (Occurrence) – Bewertung der Wahrscheinlichkeit des Auftretens eines Fehlers,
  • DET (Detection) – Bewertung der Wahrscheinlichkeit, einen Fehler vor seinem Auftreten zu erkennen.

Auf Grundlage dieser Kennzahlen wird die RPN (Risk Priority Number) berechnet, mit der sich Fehler priorisieren und die größten Risiken gezielt in den Fokus rücken lassen.

Potential Failure Mode Potential Effect(s) of Failure Severity (SEV) Occurrence (OCC) Detection (DET) Risk Priority Number (RPN)
Overheating Component damage 8 5 3 120
Mechanical Wear Increased friction 7 6 4 168
Software Bug System crash 9 4 2 72
  1. Potential Failure Mode: Mögliche Ausfallarten im System oder Produkt.
    • Overheating: Überhitzung.
    • Mechanical Wear: Mechanischer Verschleiß.
    • Software Bug: Softwarefehler.
  2. Potential Effect(s) of Failure: Potenzielle Auswirkungen eines Ausfalls.
    • Overheating: Kann zu Schäden an Komponenten führen.
    • Mechanical Wear: Kann erhöhte Reibung verursachen.
    • Software Bug: Kann zu einem Systemausfall führen.
  3. Severity (SEV): Schwere der Ausfallfolgen auf einer Skala von 1 bis 10.
    • Overheating: 8 (hohe Schwere).
    • Mechanical Wear: 7 (mittlere Schwere).
    • Software Bug: 9 (sehr hohe Schwere).
  4. Occurrence (OCC): Häufigkeit des Auftretens eines Ausfalls auf einer Skala von 1 bis 10.
    • Overheating: 5 (mittlere Häufigkeit).
    • Mechanical Wear: 6 (hohe Häufigkeit).
    • Software Bug: 4 (geringe Häufigkeit).
  5. Detection (DET): Möglichkeit, einen Ausfall vor seinem Auftreten auf einer Skala von 1 bis 10 zu erkennen.
    • Overheating: 3 (mittlere Erkennbarkeit).
    • Mechanical Wear: 4 (geringe Erkennbarkeit).
    • Software Bug: 2 (hohe Erkennbarkeit).
  6. Risk Priority Number (RPN): Risikoprioritätszahl, berechnet als Produkt aus SEV, OCC und DET.
    • Overheating: 120.
    • Mechanical Wear: 168.
    • Software Bug: 72.

Diese Tabelle veranschaulicht, wie die DFMEA-Analyse die Bewertung und Priorisierung von Risiken im Zusammenhang mit potenziellen Fehlern im Entwurf ermöglicht und damit die Grundlage für Korrekturmaßnahmen zur Minimierung dieser Risiken schafft.

Wie oft sollte eine DFMEA-Analyse durchgeführt werden?

Die DFMEA-Analyse sollte regelmäßig und an verschiedenen entscheidenden Punkten im Produktlebenszyklus durchgeführt werden. Im Folgenden einige Hinweise dazu, wie häufig eine DFMEA sinnvoll ist:

  1. Zu Beginn des Projekts: Die erste DFMEA sollte in der Konzept- oder Konstruktionsphase durchgeführt werden, bevor das Projekt für die Produktion freigegeben wird. So lassen sich potenzielle Probleme frühzeitig erkennen und beseitigen.
  2. Bei jeder wesentlichen Konstruktionsänderung: Jede wesentliche Änderung am Entwurf, etwa eine Konstruktionsanpassung, ein Materialwechsel oder die Einführung neuer Technologien oder Verfahren, sollte Anlass für eine erneute DFMEA sein. Solche Änderungen können neue Risiken mit sich bringen, die bewertet werden müssen.
  3. Nach der Feststellung von Problemen in der Prototypenphase: Werden in der Prototypen- oder Testphase des Produkts Probleme oder Ausfälle festgestellt, sollte die DFMEA erneut durchgeführt werden, um die Ursachen zu identifizieren und geeignete Korrekturen einzuleiten.
  4. Regelmäßige turnusmäßige Überprüfungen: Auch wenn keine wesentlichen Änderungen am Entwurf vorgenommen wurden, empfiehlt es sich, die DFMEA in regelmäßigen Abständen zu überprüfen (z. B. alle 6-12 Monate). Solche regelmäßigen Überprüfungen helfen sicherzustellen, dass frühere Schlussfolgerungen weiterhin gültig sind und alle potenziellen Risiken angemessen beherrscht werden.
  5. Nach Qualitätsvorfällen oder Ausfällen: Treten in der Produktion oder im Betrieb des Produkts Qualitätsvorfälle oder Ausfälle auf, sollte eine DFMEA durchgeführt werden, um die Ursachen der Probleme zu ermitteln und vorbeugende Maßnahmen festzulegen.
  6. Vor der Markteinführung des Produkts: Vor der kommerziellen Markteinführung empfiehlt sich eine abschließende DFMEA, um sicherzustellen, dass alle potenziellen Risiken identifiziert und angemessen beherrscht wurden.

Die regelmäßige Durchführung einer DFMEA trägt dazu bei, eine hohe Produktqualität sicherzustellen, Risiken zu minimieren und Konstruktions- sowie Produktionsprozesse kontinuierlich zu verbessern.

Erstellung und Umsetzung von Korrekturmaßnahmenplänen

Der letzte Schritt besteht in der Ausarbeitung und Umsetzung von Korrekturmaßnahmenplänen, die darauf abzielen, identifizierte Fehler zu beseitigen oder zu minimieren. In dieser Phase entwickelt das Konstruktionsteam konkrete Lösungen und integriert sie in den Entwurf, um das Risiko des Auftretens von Fehlern und ihrer Folgen zu verringern.

Vergleich von Design FMEA und PFMEA

In der Industrie werden sowohl Design FMEA (DFMEA) als auch Process FMEA (PFMEA) häufig zur Bewertung und Minimierung von Risiken eingesetzt. Obwohl beide Methoden darauf abzielen, potenzielle Probleme zu identifizieren und zu beseitigen, unterscheiden sie sich in Umfang und Anwendung.

Definition von PFMEA

PFMEA (Process Failure Mode and Effects Analysis) ist eine Fehler-Möglichkeits- und Einflussanalyse für Prozesse. Diese Methode konzentriert sich auf die Identifizierung potenzieller Fehler in Produktionsprozessen, die Bewertung der damit verbundenen Risiken sowie die Entwicklung von Korrekturmaßnahmen zur Beseitigung oder Minimierung dieser Fehler.

Wesentliche Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Design FMEA und PFMEA

  1. Umfang der Analyse:
    • Design FMEA: Sie konzentriert sich auf die Identifizierung potenzieller Konstruktionsfehler des Produkts bereits in der Entwicklungsphase. Die Analyse umfasst technische und funktionale Aspekte des Produkts, bevor es in die Produktion geht.
    • PFMEA: Sie konzentriert sich auf die Identifizierung potenzieller Fehler im Produktionsprozess. Die Analyse umfasst operative und prozessbezogene Aspekte, die sich auf Qualität und Effizienz der Produktion auswirken können.
  2. Phase der Anwendung:
    • Design FMEA: Sie wird hauptsächlich in der Produktentwicklungsphase eingesetzt, bevor das Produkt in die Produktion überführt wird.
    • PFMEA: Sie wird in der Produktionsphase eingesetzt, um sicherzustellen, dass die Produktionsprozesse optimiert und fehlerfrei sind.
  3. Ziel der Analyse:
    • Design FMEA: Ziel ist es, sicherzustellen, dass der Produktentwurf frei von Fehlern ist, die seine Funktionalität und Zuverlässigkeit beeinträchtigen könnten.
    • PFMEA: Ziel ist es, sicherzustellen, dass die Produktionsprozesse optimiert und frei von Fehlern sind, die sich auf die Produktqualität auswirken könnten.

Anwendung von PFMEA in der Industrie

PFMEA wird in zahlreichen Industriezweigen eingesetzt, darunter in der Automobilbranche, in der Luftfahrt, in der pharmazeutischen Industrie und in vielen weiteren Bereichen. Sie ist besonders hilfreich bei der Identifizierung und Beseitigung von Prozessfehlern, die sich auf Qualität und Effizienz der Produktion auswirken können. Mit PFMEA lassen sich Produktionsprozesse optimieren, was zu höherer Produktqualität und niedrigeren Produktionskosten führt.

Beispiele für die Anwendung von Design FMEA

Maschinenkonstruktion

Bei der Konstruktion von Maschinen ist DFMEA ein unverzichtbares Werkzeug, mit dem sich potenzielle Probleme bereits in der Konzeptphase erkennen lassen. So lassen sich kostspielige Korrekturen in späteren Phasen vermeiden und sicherstellen, dass die Maschine wie erwartet funktioniert. Ein Konstruktionsbüro sollte dieses Werkzeug sehr häufig einsetzen.

Aufbau von Produktionslinien

Im Zusammenhang mit dem Aufbau von Produktionslinien hilft Design FMEA dabei, potenzielle Mängel zu identifizieren und zu beseitigen, die die Effizienz und Sicherheit der Produktionslinie beeinträchtigen können. Diese Analyse ermöglicht es, Prozesse zu optimieren und sicherzustellen, dass die Produktionslinie störungsfrei arbeitet.

Industrieautomatisierung

In der Industrieautomatisierung ermöglicht Design FMEA die Identifikation potenzieller Probleme im Zusammenhang mit der Integration von Automatisierungssystemen. Dadurch lassen sich Situationen vermeiden, in denen der Ausfall eines einzelnen Systemelements zum Stillstand der gesamten Produktionslinie führt.

Produktionsautomatisierung

In der Produktionsautomatisierung ermöglicht Design FMEA die Identifikation und Beseitigung potenzieller Probleme bei der Implementierung automatischer Produktionssysteme. So kann sichergestellt werden, dass diese Systeme wie erwartet arbeiten und die vorgesehenen Produktionsziele erreichen.

Vergleich mit anderen Risikoanalysen

DFMEA unterscheidet sich von anderen Methoden der Risikoanalyse, etwa der Risikobeurteilung nach DIN EN ISO 12100 und der Maschinenrichtlinie, die sich in erster Linie auf sicherheitsbezogene Risiken konzentrieren.

Risikoanalyse nach der Maschinenrichtlinie

Die Maschinenrichtlinie verlangt die Durchführung einer Risikoanalyse, um sicherzustellen, dass die Maschine alle Sicherheitsanforderungen erfüllt. Im Mittelpunkt stehen dabei die Identifikation und Beseitigung von Gefährdungen, die ein Risiko für Bediener und Nutzer von Maschinen darstellen können. In der Praxis ist dies eng mit Themen wie der CE-Zertifizierung von Maschinen verbunden.

Harmonisierte Norm DIN EN ISO 12100

Die harmonisierte Norm DIN EN ISO 12100 konzentriert sich ebenfalls auf die Risikoanalyse im Zusammenhang mit der Maschinensicherheit. Sie umfasst die Identifikation von Gefährdungen, die Risikobewertung und die Umsetzung von Maßnahmen zur Beseitigung oder Minimierung des Risikos.

Im Gegensatz zu diesen Methoden konzentriert sich DFMEA auf die Identifikation potenzieller Konstruktionsmängel und ihrer Folgen für die Produktfunktionalität, was eine höhere Qualität und Zuverlässigkeit der Produkte ermöglicht.

Vorteile des Einsatzes von Design FMEA

Verbesserung der Produktqualität

Design FMEA ermöglicht es, potenzielle Konstruktionsmängel bereits in einer frühen Projektphase zu identifizieren und zu beseitigen, was sich in einer höheren Qualität des Endprodukts niederschlägt.

Reduzierung der Kosten für Nachbesserungen und Fehler

Durch die frühzeitige Identifikation und Beseitigung von Konstruktionsmängeln ermöglicht Design FMEA eine deutliche Senkung der Kosten, die in späteren Produktionsphasen durch Nachbesserungen und Fehler entstehen.

Steigerung der Effizienz von Produktionsprozessen

Design FMEA hilft dabei, Mängel zu identifizieren und zu beseitigen, die die Effizienz von Produktionsprozessen beeinträchtigen können, was zu höherer Produktivität und niedrigeren Produktionskosten führt.

Herausforderungen und Best Practices

Typische Herausforderungen bei der Implementierung von Design FMEA

Eine der größten Herausforderungen bei der Implementierung von Design FMEA ist die notwendige Einbindung des gesamten Projektteams in den Analyseprozess. Das erfordert Zeit und Ressourcen, ist jedoch für die wirksame Identifikation und Beseitigung von Mängeln unerlässlich.

Empfehlungen und Best Practices

Für eine wirksame Einführung von Design FMEA empfiehlt es sich:

  • das gesamte Projektteam in den Analyseprozess einzubinden,
  • die FMEA-Analyse regelmäßig zu aktualisieren und zu überprüfen,
  • Werkzeuge zur Unterstützung des Analyseprozesses zu nutzen, beispielsweise FMEA-Software.

Warum sollte ein Integrator für Industrieautomatisierung Design FMEA erstellen?

Ein Integrator für Industrieautomatisierung sollte Design FMEA erstellen, weil diese Analyse eine frühzeitige Erkennung potenzieller Konstruktionsmängel und Risiken im Zusammenhang mit der Integration von Automatisierungssystemen ermöglicht. Dadurch lassen sich kostspielige Korrekturen in späteren Projektphasen vermeiden und sicherstellen, dass die Automatisierungssysteme wie vorgesehen funktionieren.

Diese Analyse wirkt sich auch unmittelbar auf die PLC-Programmierung (Programmable Logic Controller) aus. Mit Design FMEA lassen sich programmierbezogene Risiken wie Logikfehler, potenzielle Komponentenausfälle oder nicht optimale Betriebsabläufe frühzeitig erkennen. Dadurch kann der Steuerungscode besser vorbereitet werden, ist robuster gegenüber Fehlern und gewährleistet die Kontinuität des Systembetriebs. Im Kontext industrieller Softwareentwicklung ist auch ein sicheres Softwarehaus für die Industrie von Bedeutung.

Darüber hinaus ermöglicht die Erstellung einer Design FMEA die Entwicklung von Projekten im Einklang mit TPM (Total Productive Maintenance), unter Berücksichtigung von Lösungen wie Poka-Yoke (Mechanismen zur Fehlervermeidung) oder SMED (Single-Minute Exchange of Die – schneller Werkzeugwechsel). Die Integration dieser Methoden in Projekte der Industrieautomatisierung trägt zur Steigerung der Effizienz (OEE), zur Reduzierung von Stillständen und zur Verbesserung der Produktqualität bei.

Pharmaindustrie: GMP vs. FMEA

In der Pharmaindustrie ist die Einhaltung der GMP-Grundsätze (Good Manufacturing Practice) entscheidend, um die Qualität und Sicherheit von Arzneimitteln sicherzustellen. Design FMEA spielt dabei eine wichtige Rolle, da sie es ermöglicht, potenzielle Konstruktionsmängel bereits in der Entwurfsphase von Anlagen und Produktionssystemen zu identifizieren und zu beseitigen, was den GMP-Anforderungen entspricht.

GMP legt großen Wert auf hygienegerechte Lösungen, etwa die einfache Reinigung und Desinfektion von Anlagen, die Minimierung des Risikos von Kreuzkontaminationen sowie die vollständige Einhaltung der Vorschriften für die pharmazeutische Produktion. Design FMEA unterstützt dabei, hygienebezogene Risiken zu identifizieren und zu bewerten sowie geeignete Gegenmaßnahmen einzuführen, was zur Erfüllung der strengen GMP-Anforderungen beiträgt.

Weitere Analysen im Kontext der Konstruktion von Maschinen und Produktionslinien

Neben Design FMEA kommen im Prozess der Konstruktion von Maschinen und Produktionslinien auch andere Analysen zum Einsatz, etwa Design for Assembly (DFA). DFA konzentriert sich darauf, Produkte so zu gestalten, dass ihre Montage erleichtert wird. Das führt zu geringeren Produktionskosten, kürzeren Montagezeiten und weniger Fehlern.

Die DFA-Analyse hilft dabei, Konstruktionselemente zu identifizieren, die schwer zu montieren sind oder zu Montagefehlern führen können. So lassen sich Konstruktionsänderungen einführen, die die Montage erleichtern und die Qualität des Endprodukts verbessern.

In Kombination mit Design FMEA ermöglicht DFA die Entwicklung effizienterer und zuverlässigerer Produktionssysteme. Die Integration dieser Methoden erlaubt einen ganzheitlichen Ansatz bei der Konstruktion von Maschinen und Produktionslinien, der sowohl Aspekte der Qualität und Sicherheit als auch der Produktionseffizienz berücksichtigt. Je nach Projekt können dabei auch Festigkeitsberechnungen (FEM) eine wichtige Rolle spielen.

Design FMEA ist ein unverzichtbares Werkzeug bei der Konstruktion von Maschinen, dem Aufbau von Produktionslinien und der Automatisierung von Produktionsprozessen. Sie ermöglicht es, potenzielle Konstruktionsmängel frühzeitig im Projekt zu erkennen und zu beseitigen, was sich in höherer Qualität, Zuverlässigkeit und Effizienz der Produkte niederschlägt. Im Vergleich zu anderen Methoden der Risikoanalyse ist hervorzuheben, dass sich Design FMEA auf Konstruktionsmängel konzentriert und nicht ausschließlich auf Risiken im Zusammenhang mit der Maschinensicherheit. Die Einführung von Design FMEA ist mit gewissen Herausforderungen verbunden, doch die daraus resultierenden Vorteile überwiegen diese Schwierigkeiten deutlich.

Design-FMEA

Design-FMEA (Failure Mode and Effects Analysis) ist ein systematischer Prozess zur Identifizierung potenzieller Konstruktionsmängel im Entwurf, zur Bewertung der damit verbundenen Risiken sowie zur Planung von Korrekturmaßnahmen. Sie hilft, Probleme bereits vor der Umsetzung des Projekts zu erkennen.

Die DFMEA konzentriert sich auf potenzielle Konstruktionsmängel und deren Auswirkungen auf die Funktionalität des Produkts. Die Risikobeurteilung nach DIN EN ISO 12100 sowie der Ansatz der Maschinenrichtlinie sind dagegen in erster Linie auf sicherheitsbezogene Risiken ausgerichtet.

Der Prozess umfasst die Identifizierung potenzieller Mängel, die Risikobewertung sowie die Ausarbeitung und Umsetzung von Korrekturmaßnahmen. Die Analyse wird vom Projektteam für die Elemente und Funktionen des Projekts durchgeführt.

SEV beschreibt die Schwere der Fehlerfolgen, OCC die Wahrscheinlichkeit ihres Auftretens und DET die Möglichkeit, den Fehler vor seinem Auftreten zu erkennen. Auf dieser Grundlage wird die RPZ (Risikoprioritätszahl) berechnet, die zur Priorisierung von Problemen dient.

Die DFMEA sollte zu Beginn des Projekts, bei jeder wesentlichen Änderung der Konstruktion oder Technologie sowie nach der Feststellung von Problemen an Prototypen oder in Tests durchgeführt werden. Zusätzlich werden regelmäßige Überprüfungen empfohlen (z. B. alle 6–12 Monate) sowie eine erneute Analyse nach Qualitätsvorfällen und vor der Markteinführung des Produkts.

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