Technische Zusammenfassung
Kernaussagen des Artikels:

Der Text erläutert die Rolle der mit der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG harmonisierten Normen sowie die Einteilung in Normen des Typs A, B und C anhand von Beispielen.

  • Die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG regelt die Sicherheit von Maschinen in der EU und unterstützt die CE-Kennzeichnung.
  • Harmonisierte Normen werden von CEN und CENELEC im Auftrag der Europäischen Kommission erarbeitet.
  • Die Anwendung von Normen begründet die Vermutung der Konformität mit den grundlegenden Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen der Richtlinie.
  • Normen vom Typ A (z. B. DIN EN ISO 12100:2012) beschreiben die allgemeinen Grundsätze der Konstruktion und Risikobeurteilung.
  • Normen des Typs B (B1/B2) und C präzisieren die Anforderungen; Beispiele: EN 349, DIN EN ISO 13849, DIN EN ISO 20430.

Die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG ist das zentrale Regelwerk für die Maschinensicherheit in der Europäischen Union. Zur Umsetzung dieser Richtlinie wurden harmonisierte Normen erarbeitet, die Hersteller dabei unterstützen, die Anforderungen der Richtlinie zu erfüllen. Diese Normen stellen sicher, dass Maschinen die Sicherheitsanforderungen erfüllen, und ermöglichen das Inverkehrbringen von Geräten mit CE-Kennzeichnung.

Harmonisierte Normen im Kontext der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG

Was sind harmonisierte Normen?

Harmonisierte Normen sind technische Standards, die von den Europäischen Normungsorganisationen wie CEN (Europäisches Komitee für Normung) und CENELEC (Europäisches Komitee für elektrotechnische Normung) erarbeitet werden. Diese Normen werden im Auftrag der Europäischen Kommission erstellt, um die Rechtsvorschriften der Europäischen Union zu unterstützen, darunter auch die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG.

Rolle harmonisierter Normen

Harmonisierte Normen spielen eine Schlüsselrolle dabei, die Konformität von Maschinen mit der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG sicherzustellen. Wenden Maschinenhersteller diese Normen an, können sie davon ausgehen, dass ihre Produkte die in der Richtlinie festgelegten grundlegenden Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen erfüllen. Das vereinfacht wiederum den Prozess der CE-Zertifizierung von Maschinen, was für das Inverkehrbringen von Produkten auf dem EU-Markt von wesentlicher Bedeutung ist.

Typen harmonisierter Normen und ihre Anwendung

Normen des Typs A

Normen des Typs A, wie etwa DIN EN ISO 12100:2012, bilden die Grundlage für die Konstruktion und Risikobeurteilung von Maschinen. Sie legen allgemeine Grundsätze fest, die für alle Maschinenkategorien gelten. Sie helfen dabei, den Rahmen für eine sichere Konstruktion von Maschinen zu schaffen, reichen für sich allein jedoch nicht aus, um eine vollständige Konformitätsvermutung mit der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG zu gewährleisten. Die Anwendung von Normen des Typs A ist der erste Schritt im Konformitätsprozess, muss jedoch durch Normen des Typs B oder C ergänzt werden, die detailliertere Anforderungen enthalten.

Normen des Typs B

Normen des Typs B konzentrieren sich auf bestimmte Sicherheitsaspekte oder Arten von Schutzeinrichtungen. Ein Beispiel ist die Norm EN 349:1993+A1:2008, die Mindestabstände zur Vermeidung des Quetschens von Körperteilen festlegt. Die Anwendung von Normen des Typs B ist von zentraler Bedeutung, da sie die Grundlage für die Konformitätsvermutung in Bezug auf die grundlegenden Anforderungen der Richtlinie schafft, sofern die in diesen Normen festgelegten technischen Lösungen für die jeweilige Maschinenkategorie geeignet sind. Normen des Typs B lassen sich in zwei Gruppen unterteilen:

  1. Normen B1 – zu besonderen Sicherheitsaspekten (z. B. Mindestabstände, Lärm, Vibrationen).
  2. Normen B2 – zu Schutzeinrichtungen (z. B. Steuerungen, Schutzeinrichtungen).
Normtyp Normnummer Normtitel Beschreibung
B1 DIN EN ISO 13854 Sicherheit von Maschinen – Mindestabstände zur Vermeidung des Quetschens von Körperteilen Legt Mindestabstände fest, die das Quetschen des menschlichen Körpers durch bewegliche Teile verhindern.
B1 DIN EN 547 Sicherheit von Maschinen – Körpermaße des Menschen – Teil 1: Grundlagen zur Bestimmung der Abmessungen von Öffnungen für den Ganzkörperzugang zu Maschinen Legt die Abmessungen von Zugangsöffnungen für den gesamten menschlichen Körper fest.
B1 DIN EN 547 Sicherheit von Maschinen – Körpermaße des Menschen – Teil 2: Grundlagen zur Bestimmung der Abmessungen von Zugangsöffnungen Legt die Abmessungen von Zugangsöffnungen für verschiedene Körperteile fest.
B1 DIN EN 614 Sicherheit von Maschinen – Ergonomische Gestaltungsgrundsätze – Teil 1: Begriffe und allgemeine Leitsätze Legt grundlegende ergonomische Prinzipien für die Konstruktion von Maschinen fest.
B1 DIN EN 842 Sicherheit von Maschinen – Optische Gefahrensignale – Allgemeine Anforderungen, Gestaltung und Prüfung Legt Anforderungen an optische Gefahrensignale an Maschinen fest.
B1 DIN EN 894 Sicherheit von Maschinen – Ergonomische Anforderungen an die Gestaltung von Anzeigen und Stellteilen – Teil 1: Allgemeine Leitsätze für die Interaktion zwischen Mensch und Anzeigen sowie Stellteilen Legt Grundsätze für die Interaktion zwischen Mensch und Maschine fest.
B2 DIN EN ISO 13851 Sicherheit von Maschinen – Zweihandschaltungen – Funktionelle Aspekte – Gestaltungsleitsätze Legt Anforderungen an Zweihandschaltungen fest.
B2 DIN EN ISO 14120 Sicherheit von Maschinen – Trennende Schutzeinrichtungen – Allgemeine Anforderungen an Gestaltung und Bau von feststehenden und beweglichen trennenden Schutzeinrichtungen Legt Anforderungen an die Gestaltung und den Bau von Schutzeinrichtungen an Maschinen fest.
B2 DIN EN ISO 14119 Sicherheit von Maschinen – Verriegelungseinrichtungen in Verbindung mit trennenden Schutzeinrichtungen – Gestaltungsleitsätze und Auswahl Legt Grundsätze für die Gestaltung und Auswahl von Verriegelungseinrichtungen in Verbindung mit trennenden Schutzeinrichtungen fest.
B2 DIN EN 60204 Sicherheit von Maschinen – Elektrische Ausrüstung von Maschinen – Teil 1: Allgemeine Anforderungen Legt Anforderungen an die elektrische Ausrüstung von Maschinen fest.
B2 DIN EN ISO 13849 Sicherheit von Maschinen – Sicherheitsbezogene Teile von Steuerungen – Teil 1: Allgemeine Gestaltungsleitsätze Legt Grundsätze für die Auslegung sicherheitsbezogener Steuerungssysteme von Maschinen fest.
B2 DIN EN ISO 13850 Sicherheit von Maschinen – Not-Halt-Funktion – Gestaltungsleitsätze Legt Grundsätze für die Auslegung von Not-Halt-Systemen an Maschinen fest.
B2 DIN EN ISO 14119 Sicherheit von Maschinen – Verriegelungseinrichtungen in Verbindung mit trennenden Schutzeinrichtungen – Gestaltungsleitsätze und Auswahl Legt Grundsätze für die Gestaltung und Auswahl von Verriegelungseinrichtungen in Verbindung mit trennenden Schutzeinrichtungen fest.
B2 DIN EN ISO 14120 Sicherheit von Maschinen – Trennende Schutzeinrichtungen – Allgemeine Anforderungen an Gestaltung und Bau von feststehenden und beweglichen trennenden Schutzeinrichtungen Legt Anforderungen an die Gestaltung und den Bau von Schutzeinrichtungen an Maschinen fest.
Diese Tabelle zeigt die Einteilung der Normen des Typs B in zwei Kategorien: B1, die spezifische Sicherheitsaspekte betreffen, und B2, die Schutzeinrichtungen an Maschinen betreffen. Diese Normen spielen eine Schlüsselrolle bei der Sicherstellung der Konformität mit den grundlegenden Anforderungen der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG.

Normen des Typs C

Normen des Typs C enthalten Spezifikationen für bestimmte Maschinenkategorien. Jede Maschinenkategorie hat ihre eigene spezifische Norm, die alle mit ihrer Verwendung verbundenen Sicherheitsaspekte berücksichtigt. Ein Beispiel ist die Norm DIN EN ISO 20430 für Spritzgießmaschinen für Kunststoffe. Normen des Typs C können auf Normen des Typs A und B verweisen und angeben, welche Spezifikationen für die jeweilige Maschinenkategorie gelten. Im Fall eines Widerspruchs zwischen einer Norm des Typs C und Normen des Typs A oder B haben die Normen des Typs C Vorrang.

Harmonisierte Normen: Umsetzungsprozess

Erarbeitung und Veröffentlichung von Normen

Der Prozess zur Erarbeitung harmonisierter Normen beginnt mit einem Auftrag der Europäischen Kommission an die Europäischen Normungsorganisationen. Nach ihrer Ausarbeitung werden die Normen im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht, was ihre offizielle Anerkennung im Rahmen des Unionsrechts bedeutet.

Anwendung der Normen durch Hersteller

Maschinenhersteller können harmonisierte Normen freiwillig anwenden. Die Anwendung dieser Normen stellt sicher, dass ihre Produkte die grundlegenden Anforderungen der Richtlinie erfüllen. Liegt keine Konformität vor, muss der Hersteller andere Nachweise für die Erfüllung dieser Anforderungen vorlegen.

Harmonisierte Normen: Vorteile ihrer Anwendung

Erleichterung der CE-Zertifizierung

Die Anwendung harmonisierter Normen vereinfacht den Prozess der CE-Zertifizierung von Maschinen erheblich. Wendet der Hersteller die einschlägigen Normen an, kann er davon ausgehen, dass sein Produkt alle grundlegenden Anforderungen der Richtlinie erfüllt. Das erleichtert die Erstellung der technischen Dokumentation und der Konformitätserklärung.

Verbesserung von Sicherheit und Qualität

Harmonisierte Normen gewährleisten ein hohes Niveau der Maschinensicherheit und tragen damit zum Schutz der Gesundheit der Nutzer bei. Darüber hinaus wirkt sich die Anwendung dieser Normen auf die Qualität und Zuverlässigkeit von Maschinen aus, was für die Wettbewerbsfähigkeit am Markt entscheidend ist.

Erleichterter Marktzugang

Maschinen, die den harmonisierten Normen entsprechen, lassen sich leichter auf dem Unionsmarkt in Verkehr bringen. Die CE-Kennzeichnung bestätigt die Einhaltung der Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen, was für die Akzeptanz der Produkte durch Kunden und Marktüberwachungsbehörden von Bedeutung ist.

Harmonisierte Normen zur Maschinenrichtlinie 2006/42/EG sind ein zentrales Element des Systems zur Gewährleistung der Maschinensicherheit in der Europäischen Union. Ihre Anwendung durch Hersteller vereinfacht nicht nur den Prozess der CE-Zertifizierung von Maschinen, sondern trägt auch zur Verbesserung von Sicherheit, Qualität und Wettbewerbsfähigkeit der Produkte auf dem Unionsmarkt bei.

Harmonisierte Normen: Weitere Informationen und Beratung

Maschinenhersteller können die Leistungen von Konstruktionsbüros und Unternehmen nutzen, die Engineering-Outsourcing anbieten, um die Konformität ihrer Produkte mit harmonisierten Normen sicherzustellen. Bei Zweifeln empfiehlt es sich außerdem, ein Sicherheitsaudit durchzuführen und Experten für Projektmanagement sowie für den Konstruktion und Bau von Maschinen hinzuzuziehen.

Harmonisierte Normen sind ein unverzichtbarer Bestandteil des heutigen Maschinenmarkts, da sie einen sicheren und rechtskonformen Betrieb von Maschinen gewährleisten. Dank ihnen ist es möglich, innovative und sichere Produkte zu entwickeln, die höchste Qualitäts- und Sicherheitsstandards erfüllen.

Beispiele harmonisierter Normen

EN ISO 13849 – Sicherheit von Maschinen: Sicherheitsbezogene Teile von Steuerungen

Die Norm DIN EN ISO 13849 legt Anforderungen an die Auslegung und Integration von Maschinensteuerungen fest, die Einfluss auf die Sicherheit haben. Sie betrifft die Risikobeurteilung sowie die Sicherstellung, dass Steuerungssysteme so ausgelegt und gebaut sind, dass das Risiko von Ausfällen, die zu Unfällen führen könnten, minimiert wird. Diese Norm wird im Maschinenbau breit angewendet, insbesondere in der Industrieautomatisierung, wo Steuerungssysteme eine Schlüsselrolle für den sicheren Betrieb von Maschinen spielen.

DIN EN 60204-1:2018-12- – Sicherheit von Maschinen: Elektrische Ausrüstung von Maschinen

Die Norm DIN EN 60204 betrifft die elektrische Sicherheit von Maschinen. Sie legt Anforderungen an die elektrischen Ausrüstungen von Maschinen fest, einschließlich ihrer Auslegung, Montage und Instandhaltung. Diese Norm ist entscheidend, um sicherzustellen, dass Maschinen im Betrieb sicher sind und keine Gefährdung für Bediener oder andere Personen in ihrer Nähe darstellen. Die Anwendung dieser Norm ist für Maschinenhersteller, die eine CE-Zertifizierung erhalten möchten, verpflichtend.

DIN EN 60204- Sicherheit von Maschinen: Funktionale Sicherheit elektrischer, elektronischer und programmierbarer elektronischer Steuerungssysteme

Die Norm DIN EN 60204 legt Anforderungen an die Auslegung, Integration und Validierung von Maschinensteuerungssystemen fest, die elektrische, elektronische und programmierbare elektronische Elemente verwenden. Ziel dieser Norm ist es, ein angemessenes Niveau der funktionalen Sicherheit sicherzustellen, was insbesondere in fortschrittlichen Systemen der Industrieautomatisierung von Bedeutung ist.

Herausforderungen und Zukunft harmonisierter Normen

Dynamische technologische Veränderungen

Die dynamische technologische Entwicklung erfordert eine kontinuierliche Aktualisierung harmonisierter Normen, damit sie mit neuen technischen Lösungen Schritt halten und ein angemessenes Sicherheitsniveau gewährleisten.

Integration neuer Technologien

Die Integration neuer Technologien wie Industrie 4.0, Industrieautomatisierung und Robotik erfordert die Erarbeitung neuer Normen oder die Aktualisierung bestehender Normen, damit sie neue Sicherheitsaspekte abdecken.

Erläuterung ausgewählter harmonisierter Normen

DIN EN ISO 12100 – Allgemeine Gestaltungsleitsätze, Risikobeurteilung und Risikominderung

Die Norm DIN EN ISO 12100 bildet die Grundlage im Bereich der Maschinensicherheit. Sie legt allgemeine Gestaltungsleitsätze, die Risikobeurteilung sowie Verfahren zur Risikominderung fest. Es handelt sich um eine Typ-A-Norm, das heißt, sie betrifft grundlegende Begriffe und Konstruktionsprinzipien, die für alle Maschinen gelten. Zu den wesentlichen Elementen der Norm gehören:

  • Risikobeurteilung: Identifizierung von Gefährdungen, Bewertung der damit verbundenen Risiken sowie Festlegung geeigneter Maßnahmen zur Risikominderung.
  • Gestaltungsleitsätze: Einführung von Konstruktionsprinzipien, die darauf abzielen, Risiken bereits in der Konzeptions- und Konstruktionsphase zu minimieren.
  • Dokumentation: Festlegung der Anforderungen an die technische Dokumentation sowie an die Betriebsanleitung von Maschinen.

DIN EN ISO 14120 – Schutzeinrichtungen – Allgemeine Anforderungen an Gestaltung und Bau von feststehenden und beweglichen trennenden Schutzeinrichtungen

Die Norm DIN EN ISO 14120 legt Anforderungen an die Gestaltung und den Bau von Schutzeinrichtungen an Maschinen fest, die den Zugang zu Gefahrenbereichen verhindern sollen. Zu den wesentlichen Elementen der Norm gehören:

  • Arten von Schutzeinrichtungen: Festlegung der Unterschiede zwischen feststehenden und beweglichen Schutzeinrichtungen sowie ihrer Einsatzbereiche.
  • Anforderungen an die Gestaltung: Grundsätze für die Auslegung von Schutzeinrichtungen, die robust, leicht zu montieren und zu demontieren sein und zugleich einen angemessenen Schutz gewährleisten müssen.
  • Prüfungen und Zertifizierung: Anforderungen an die Prüfung von Schutzeinrichtungen zum Nachweis ihrer Wirksamkeit und Festigkeit.

DIN EN ISO 13854:2020-01 – Mindestabstände zur Vermeidung des Quetschens von Körperteilen

Die Norm DIN EN ISO 13854 definiert Mindestabstände, die das Quetschen von Körperteilen durch bewegliche Maschinenteile verhindern. Es handelt sich um eine Typ-B1-Norm, die spezifische Sicherheitsaspekte behandelt. Zu den wesentlichen Elementen der Norm gehören:

  • Mindestabstände: Festlegung der Mindestabstände zwischen beweglichen Maschinenteilen und Körperteilen, die eingehalten werden müssen, um Quetschungen zu verhindern.
  • Praktische Anwendungen: Beispiele für die Anwendung von Mindestabständen bei verschiedenen Maschinen- und Gerätetypen.

DIN EN ISO 13849 – Sicherheitsbezogene Teile von Steuerungen

Die Norm DIN EN ISO 13849 betrifft die Auslegung und Bewertung sicherheitsbezogener Maschinensteuerungen, auch als Leistungslevel (Performance Levels) bezeichnet. Zu den wesentlichen Elementen der Norm gehören:

  • Risikobeurteilung: Identifizierung von Gefährdungen und Bewertung der Risiken, die sie für Steuerungssysteme darstellen.
  • Leistungslevel (Performance Levels, PL): Festlegung von fünf Leistungsleveln (PL a bis PL e), die die Fähigkeit eines Steuerungssystems definieren, Sicherheitsfunktionen unter festgelegten Bedingungen auszuführen.
  • Systemarchitektur: Anforderungen an den Aufbau von Steuerungssystemen, einschließlich Redundanz, Diagnose und Fehlertoleranz.
  • Validierung: Prozess der Validierung von Steuerungssystemen, um sicherzustellen, dass sie die Anforderungen an Sicherheit und Leistungslevel erfüllen.

Anwendung in der industriellen Praxis

Risikobeurteilung und Mindestabstände

Die Anwendung der Normen DIN EN ISO 12100 und DIN EN ISO 13854 ist in der Phase der Maschinenauslegung von zentraler Bedeutung. Maschinenhersteller sollten eine detaillierte Risikobeurteilung durchführen, alle potenziellen Gefährdungen identifizieren und die Mindestabstände festlegen, die eingehalten werden müssen, um Unfälle zu vermeiden.

Schutzeinrichtungen an Maschinen

Die Auslegung von Schutzeinrichtungen nach DIN EN ISO 14120 ist entscheidend, um sicherzustellen, dass Maschinen sicher verwendet werden können. Schutzeinrichtungen müssen so gestaltet sein, dass sie ohne Werkzeug nur schwer entfernt werden können und dass ihr Öffnen zum Stillsetzen der Maschine führt.

Steuerungssysteme

Die Anwendung der Norm EN ISO 13849-1 ermöglicht die Auslegung fortschrittlicher Steuerungssysteme, die Sicherheitsfunktionen von Maschinen überwachen und steuern können. Dadurch lässt sich ein hohes Sicherheitsniveau erreichen und das Risiko von Ausfällen der Steuerungssysteme minimieren.

Mit der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG harmonisierte Normen (siehe auch andere Richtlinien) sind ein zentrales Element des Systems zur Gewährleistung der Maschinensicherheit in der Europäischen Union. Die Anwendung dieser Normen durch Hersteller vereinfacht die CE-Zertifizierung von Maschinen, erhöht die Sicherheit und Qualität der Produkte und erleichtert ihr Inverkehrbringen. Künftig werden die fortlaufende Aktualisierung und die Integration neuer Technologien entscheidend dafür sein, hohe Sicherheitsstandards und die Konformität mit den EU-Vorschriften aufrechtzuerhalten.

Die Liste der harmonisierten Normen ist auf der offiziellen Website der EU verfügbar: https://single-market-economy.ec.europa.eu/single-market/goods/european-standards/harmonised-standards/machinery-md_en

Mit der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG harmonisierte Normen

Dabei handelt es sich um technische Normen, die von europäischen Normungsorganisationen wie CEN und CENELEC im Auftrag der Europäischen Kommission erarbeitet werden. Sie unterstützen die Erfüllung der Anforderungen der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG.

Die Anwendung harmonisierter Normen ermöglicht dem Hersteller, die Erfüllung der grundlegenden Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen der Richtlinie zu vermuten. Dies erleichtert das Inverkehrbringen der Maschine auf dem EU-Markt mit CE-Kennzeichnung.

Typ A (z. B. DIN EN ISO 12100:2012) legt allgemeine Grundsätze für die Konstruktion und die Risikobeurteilung aller Maschinen fest. Typ B betrifft bestimmte Sicherheitsaspekte oder Schutzeinrichtungen, und Typ C enthält Anforderungen für bestimmte Kategorien von Maschinen.

B1 betrifft besondere Sicherheitsaspekte, z. B. Mindestabstände zur Vermeidung von Quetschungen (DIN EN ISO 13854). B2 betrifft Schutzeinrichtungen, z. B. trennende Schutzeinrichtungen (DIN EN ISO 14120) oder Not-Halt-Funktionen (DIN EN ISO 13850).

Im Falle eines Konflikts hat die Typ-C-Norm Vorrang. Dies ergibt sich daraus, dass sie Spezifikationen für die betreffende Maschinenkategorie enthält und deren besondere Risiken berücksichtigt.

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